Ungebautes Salzburg

In dieser Ausstellung widmen wir uns verworfenen Ideen, gescheiterten Konzepten und Utopien für Salzburg, und eröffnen damit einen völlig neuen Blick auf diese Stadt. Über die Jahre und Jahrhunderte haben hier hervorragende Baukünstler und -künstlerinnen gearbeitet und ihr einen einzigartigen Charakter verliehen. Nicht immer wurden ihre Pläne verwirklicht. Aus einer fast unüberschaubaren Zahl an Studien und Einreichungen zu Wettbewerben wurden in einer umfassenden Recherche für die Ausstellung rund dreißig Projekte ausgewählt. Der zeitliche Schwerpunkt wurde dabei ab dem 20. Jahrhundert gesetzt. Die Entwürfe sind nach Themen gegliedert und behandeln wiederkehrende Problemstellungen und ungelöste städtebauliche Fragen.

Für die Besucher und Besucherinnen stellt sich dabei die faszinierende, mitunter aber auch beklemmende Frage, wie sich die Stadt heute darstellen könnte: Wie würde Salzburg aussehen, wenn beispielsweise der Domentwurf von Vincenzo Scamozzi aus dem Jahr 1606 und nicht der deutlich kleinere Kirchenbau von Santino Solari (Bauzeit 1614–1628) realisiert worden wäre? Welche Entwicklung hätten die Salzburger Festspiele genommen, stünde Hans Poelzigs mystische Vision eines Festspielhauses, die er ab 1920 entwickelte, heute im Schlosspark von Hellbrunn? Es werden aber auch Konzepte und architektonische Ideen vorgestellt, die in einem konstruktiven Widerspruch zueinander stehen, so beispielsweise Álvaro Sizas Projekt für den Umbau des ehemaligen Casinos Winkler (1986), Delugan_Meissls Panoramalift (2003) an der Felswand des Mönchsbergs und Hans Holleins epochales Guggenheim-Museum (ab 1989). Diese Projekte waren für eben diesen Ort entwickelt, und somit wird in der Ausstellung auch die Baugeschichte des Museums der Moderne Salzburg erzählt. In diesem Sinne spricht das Museum der Moderne Salzburg ein Angebot aus – nämlich die Möglichkeit für alle, die in Salzburg leben, und jene, die diese Stadt besuchen, über die Zukunft Salzburgs nachzudenken.

Ungebautes Salzburg zeigt Projekte für eine Stadt, die als gebauter Raum nicht erlebbar sind. Die Ausstellung selbst wird als Text verstanden, in dem die Zeichnungen, Pläne und Modelle Buchstaben, die Projekte Wörter und die thematischen Gruppen Sätze einer Erzählung bilden. Dieser Text schreibt sich als eigene Erzählung über die Geschichte der Stadt gleichsam in den Grundriss des Museums ein.

Zur Ausstellung

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