Friedrich Kurrent, Haus für Mozart im Bruderhof, 1996–2000

Friedrich Kurrent griff die Idee, die Festspiele in der rechten Stadthälfte zu etablieren, mit seinem Entwurf für ein Haus für Mozart auf dem Areal des Bruderhofs wieder auf. Er bot eine Alternative zur Fixierung der Festspiele auf den Bezirk in der Hofstallgasse an.

Die Diskussion um ein eigenes Haus für Mozart, das Salzburg in der Pflege seiner Musik eine Vorrangstellung verleihen sollte, wurde im Vorfeld des Mozartjahrs 2006 (250. Geburtstag) geführt. Bereits 1996 veranstalteten die Salzburger Nachrichten ein Symposium, bei dem Rolf Liebermann, Mozartexperte, Komponist und ehemaliger Opernintendant, ein kleines, 700, maximal 800 Sitzplätze fassendes Opernhaus aus Holz forderte. Dieses ideale Haus dürfte die Dimension der Opernhäuser der Mozartzeit nicht überschreiten und sollte selbst ein Klangkörper sein. Kurrent verband dieses Konzept mit der eingangs erwähnten Überlegung und fand im sogenannten Bruderhof beim St.-Sebastians-Friedhof den idealen Ort dafür. Sein Entwurf, der auf eine aufwändige Bühnentechnik verzichtet, orientiert sich an der Form des menschlichen Ohrs. Gemäß dem Liebermannschen Diktum ist es ein Holzbau. Dieser spartanische Klangkörper stellt die Musik vor effektvolle Inszenierungen von Mozarts Opern.Letztlich baute Wilhelm Holzbauer das Kleine Festspielhaus zum Haus für Mozart um. Anstatt der 800 weist der termingerecht 2006 eröffnete Bau stolze 1 500 Sitzplätze auf. Die wirtschaftlichen Interessen eines industrialisierten Kulturbetriebs haben über die Einfachheit und selbst über die Substanz des von Clemens Holzmeister geplanten Hauses triumphiert.

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